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Kinesio-Tapes: Linderung am laufenden Band

 

© YouraPechkin AdobeStock 294988653

Bei Muskelverspannungen, -zerrungen, -schmerzen, -entzündungen (beispielsweise Nackenschmerzen) und Problemen mit den Gelenken/den Gelenkbändern (Schmerz, Schwellung, Instabilität, Entzündung, Überlastung) sowie bei Migräne und Wassereinlagerungen dürfen wir es jetzt bunt treiben. Bevorzugt werden pink, rot, schwarz oder beige, beruhend auf der farb-therapeutischen Annahme, dass Rottöne eher wärmen, aktivieren und anregen, während kühle Blau- oder Grüntöne mehr beruhigen. Der Farbe Schwarz wird eine betont stabilisierende Wirkung zugeordnet. Möglicherweise spielen bei der Farbwahl auch modische Aspekte eine Rolle. Auf die rein physischen Eigenschaften der Tapes wirkt sich die Kolorierung nicht aus. Im Hinblick auf Gewebezusammensetzung, -struktur, -dehnfähigkeit etc. gibt es keine farblich erkennbaren Unterschiede.


Wer hat’s erfunden?
Der japanische Chiropraktiker Kenzo Kase hat bereits 1973 die bunten Bänder zusammen mit einem Hersteller entwickelt, um vor allem Leistungssportlern zur schnelleren Genesung zu verhelfen; Mobilisation plus Stabilisation wird mit deren Hilfe gefördert. Da die Haut durch das Tape fixiert ist, verschiebt sich das darunter befindliche Gewebe bei jeder Bewegung gegen diese. Das übt Reize auf gewisse Rezeptoren und auf die Muskelspannung aus und soll auch auf das Schmerzempfinden und die Durchblutung positive Effekte haben. Kase war auch überzeugt, dass mittels Kinesio-Taping Akupunktur-Punkte angesteuert und unsere körpereigenen Selbstheilungskräfte aktiviert werden können. Die Dehnfähigkeit des Kinesio-Tapes beträgt (wie die unserer Haut) in etwa 30 bis 40 Prozent.


Kleben und kleben lassen
Viele Orthopäden empfehlen mittlerweile die unterstützende Behandlung mit den Tapes und viele Physiotherapeuten wenden sie bei einer Fülle von Indikationen an. Immer mehr Verbreitung findet auch das „Self-Taping“, sei es, dass man, aufgrund positiver Erfahrungen, nachdem man ärztlich oder physiotherapeutisch entsprechend behandelt worden war, sich das wiederholte Tapen selbst zutraut oder dass man die notwendigen Kenntnisse grundsätzlich besitzt bzw.sich angeeignet hat.
Es besteht keine Verletzungsgefahr, wenn man die langen Bunten im Eigenversuch testet – es sei denn, man schneidet sich beim Rasieren (die zu behandelten Körperteile sollten, der Haftfähig- und Wirksamkeit der Bänder wegen, enthaart sein).
Vor dem Aufbringen empfiehlt sich das Abrunden der Ecken mithilfe einer Schere. Die Klebeseite nicht mit den Fingern berühren, sondern die Schutzfolie nach und nach während des Aufklebens abziehen.
Mit sanftem Zug soll das Tape auf den gedehnten Bereich/Muskel geklebt werden, über schmerzenden Bereichen gerne etwas straffer. Die Haftwirkung entwickelt sich durch die Körperwärme; deshalb nach dem Aufbringen des Tapes wiederholt darüberstreichen.
Auch wenn das Kinesio-Tape gut sitzt und sich Linderung zeigt, sollte es nach spätestens einer Woche entfernt/erneuert werden. Andernfalls, wenn es ziept, juckt oder einschnürt, sollte es entfernt werden. vielleicht hat man zu viel Zug angewendet oder reagiert allergisch auf den Klebstoff.
Achtung: „Self-Taping“ ersetzt nicht die ärztliche Diagnose/Therapie – bei allen unklaren oder plötzlich auftretenden Beschwerden sollte der Hausarzt oder der Orthopäde zurate gezogen werden.

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