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Meilensteine in der Medizin – Chemotherapie

 

© vectorfusionart 224562135 AdobeStock
Chemotherapie, häufig auch kurz „Chemo“ genannt, ist ein wichtiger Bestandteil bei der Behandlung vieler Krebserkrankungen. Grundsätzlich versteht man darunter die Behandlung eines Patienten mit sogenannten Zytostatika. Das sind Substanzen, entweder chemischen oder natürlichen Ursprungs, die das Wachstum der Zellen hemmen. Bei Tumoren handelt es sich um erkrankte Zellen, die sich weiterhin teilen und den Tumor damit vergrößern. Durch die Chemotherapie soll erreicht werden, dass der Tumor nicht weiter wächst und sich im Idealfall zurückbildet.

Dabei kann man zwischen verschiedenen Formen unterscheiden, die unterschiedlichen Zwecken dienen. Wird die Behandlung mit Zytostatika begonnen, bevor ein operativer Eingriff zur Entfernung eines Tumors durchgeführt wird, handelt es sich um eine neoadjuvante Chemotherapie, nach dem Entfernen des Tumors spricht man von einer adjuvanten Chemotherapie. Eine Behandlung mit Zytostatika nach der Operation dient beispielsweise dazu, möglicherweise vorhandene Tumorzellen zu entfernen.
Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist der zwischen einer kurativen und einer palliativen Chemotherapie. Kurativ bedeutet, dass der Patient durch die Behandlung von seinem Tumor geheilt werden soll. Im Falle der palliativen Behandlung geht es darum, die Lebenszeit des Patienten zu verlängern und Lebensqualität möglichst lange zu erhalten, eine Heilung ist aber nicht mehr möglich.

Der Grundstein für diese Art der Therapie wurde bereits im 19. Jahrhundert gelegt. Damals forschte Paul Ehrlich auf dem Gebiet der Behandlung von Infektionskrankheiten mit Hilfe chemischer Substanzen. Diese sollten direkt gegen den Erreger der Erkrankung wirken. Seine Untersuchungen betrieb Ehrlich unter anderem, indem er mit den entdeckten Substanzen gegen Syphilis bei Ratten vorging. Seine Ergebnisse waren überzeugend und heutzutage gilt Ehrlich als der Begründer der Chemotherapie. Die Medikamente, die in der Gegenwart dabei Anwendung finden, werden entweder komplett chemisch hergestellt, oder es werden Stoffe eingesetzt, die in der Natur vorkommen und die im Verlauf der Herstellung verändert werden.

Chemotherapie ist ein wesentlicher Meilenstein der Medizin bei der Behandlung von Krebs. Ob die Behandlung anschlägt, hängt jedoch von mehreren verschiedenen Faktoren ab, die sich von Fall zu Fall unterscheiden. So spielt es beispielsweise eine große Rolle, wie schnell der Körper des Patienten die Medikamente wieder abbaut. Je länger diese im Körper bleiben, umso größer ist die Wirkung, die sie entfalten können. Ein schneller Abbau senkt also die Wirksamkeit. Auch die Art der Krebserkrankung und das Stadium sind entscheidende Aspekte, die den Erfolg der Behandlung beeinflussen.

Auch die Dauer einer Chemotherapie lässt sich nicht pauschal festlegen. Ähnlich wie die Wirkung ist auch die Dauer zum Beispiel davon abhängig, welche Art Krebserkrankung in welchem Stadium vorliegt, wie es allgemein um den Gesundheitszustand des Patienten bestellt ist und welche Kombination von Medikamenten im konkreten Fall angewendet wird. In den meisten Fällen wird nämlich nicht ein einzelnes Medikament eingesetzt, sondern eine Kombination aus mehreren Präparaten.
Die Behandlung erfolgt dann in mehreren Phasen oder auch Zyklen. Dabei erhält der Patient über eine gewisse Zeitspanne hinweg die Medikamente, dann folgt eine Pause, damit die Behandlung ihre Wirkung entfalten und sich der Patient von den Nebenwirkungen erholen kann. Danach schließt sich der nächste Behandlungszeitraum an.

Trotz der Wichtigkeit und der positiven Auswirkungen der Chemotherapie stellt sie eine Behandlungsmethode dar, bei der zahlreiche Nebenwirkungen auftreten können. Die eingesetzten Medikamente können nicht zwischen kranken und gesunden Zellen unterscheiden, deswegen leiden auch gesunde Zellen unter den Zytostatika. Im Verlauf einer Chemotherapie kommt es daher häufig zu Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen und anderen Begleiterscheinungen. Nach der Behandlung kommt es häufig zu Spätfolgen, dazu zählen beispielsweise erst spät auftretende Nebenwirkungen, aber auch neue Tumore, die sich Jahre später bilden können. Zudem kann eine Chemotherapie unter Umständen die Fruchtbarkeit beeinflussen und bei Frauen zu einem früheren Beginn der Wechseljahre führen. Welche Nebenwirkungen im Zuge einer Chemotherapie auftreten werden, lässt sich in aller Regel nicht vorhersagen. Gegen die Behandlung vieler Nebenwirkungen gibt es jedoch auch entsprechende Medikamente, sodass die Patienten davon möglichst wenig zusätzlich belastet werden.
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